Die Erde lebt

Gebirge erheben sich, tiefe Gräben brechen ein und ganze Kontinente verschieben sich. Im Inneren der Erde bewegt sich glühend heißes Magma. Dies alles vollzieht sich meist sehr langsam. Auch wenn ein Beben die Erde erschüttert oder anscheinend zufällig ein Vulkan ausbricht, so hat dies fast immer eine lange Vorgeschichte - einen tieferen Ursprung im Inneren der Erde und steht in einem größeren Zusammenhang.
Um diese Zusammenhänge und Ursachen zu erkennen, muss der Geologe oft weit in die Erdgeschichte zurückgreifen und selten kann er seine Erfahrungen aus heutiger Zeit für seine Untersuchungen der Vergangenheit direkt umsetzen.
Ein Hochwasser ist nicht nur schwer zu vergleichen mit einer „Transgressionsphase“ wie zur Zeit des Zechsteins, in der ganze Kontinente nahezu überflutet waren.
Auch seine möglichen Erfahrungen aus heutigen Wüstengebieten sind nicht gleich den Bedingungen zur Zeit des Buntsandsteins, ein heutiger Dschungel nicht gleich den Verhältnissen während des Rotliegenden oder des Karbons. Auch die heutige, menschengemachte Klimaverschiebung den Wechsel während der Eiszeiten zu vergleichen, schlägt fehl.

Wir können alle aus den Erkenntnissen, die uns die Geologen über die Erdgeschichte berichten, lernen. Insbesondere die „langsamen“ Änderungen verschiedener Klimata oder das Aussterben einzelner Tierarten hat sich selten so rasch vollzogen, als dass ein einziges Lebewesen sie hätte beobachten können.
Der Blick in die Erdgeschichte lohnt sich.