"Erdgeschichte"

Geologen sind Historiker, nur dass sie nicht die Menschheitsgeschichte zu verstehen und zu beschreiben versuchen, sondern die gesamte Erde inklusive der Geschichte der Menschen. Wie kann ein Geologe ohne Zeitzeugen und deren Berichte die Geschichte der Erde untersuchen? Das Geheimnis der Erdgeschichte ist in den Gesteinen versteckt, man muss nur seine Zeichen lesen können.
Mit modernen geowissenschaftlichen Methoden lässt sich heute das Alter der Gesteine und damit der Erde dank radioaktiver Stoffe und ihrer konstanten Zerfallsraten messen. Mit der Entwicklung der sogenannten Isotopendatierung bestand in den 1960er und 1970er Jahren die Herausforderung darin, die ältesten Gesteine der Erde zu finden, um Genaueres über die frühen Stadien ihrer Existenz zu erfahren. Bald wurden sie gefunden, nämlich in Barberton in der Provinz Nordtransvaal, Südafrika und in Isua in Grönland, deren Alter bei etwa 3,2 bis 3,75 Milliarden Jahre liegt.
War das nun alles und hatte der Geologe damit seine Aufgaben erfüllt? Sicher nicht. Wie immer in den Naturwissenschaften ergaben sich aus diesen neuen Ergebnissen mehr Fragen als Antworten. Gibt es noch ältere Gesteine, die von jüngeren Sedimenten überlagert wurden oder sind alte Gesteine durch eine Metamorphose zu jüngeren Gesteinen umgewandelt worden? War dies wirklich der Beginn der Erde?
Noch sind viele Fragen zu lösen und der Beginn der Erdgeschichte ist wesentlich früher zu suchen. Physiker entwickelten die Urknalltheorie und beschrieben damit die Entwicklung von Materie als den heute jüngsten vorstellbaren Zeitpunkt.