Text aus Tafel 0:
"Vom Salz über das Wasser zur Heilung"


Die Geschichte der Heilbäder Bad Kissingen, Bad Bocklet und Bad Neustadt hängt ursächlich und direkt mit der Geologie Nordwest-Unterfrankens zusammen. Die Entstehung und Qualität der vielen, schon von Alters her bekannten Heilwässer dieser Region sind durch den Aufbau der obersten Erdkruste geprägt.
Das Salz ist damals wie heute einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren der gesamten Region. Bereits die Namensgebung der Ortschaften Salz, Salzburg und Obersalz (heute „Bad Neustadt") reicht bis in das Mittelalter zurück und weist auf die Bedeutung des Salzes in der Geschichte hin.
Heute spendet das Salz seinen wertvollen Mineralreichtum allen Heilquellen Unterfrankens.
Die Salzablagerungen in den tiefen Schichten sind Grundlage für die Heilquellen und deren dominanten Bestandteile wie Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Hydrogencarbonat, Chlorid und Sulfat. Die einzigartige Kombination der Inhaltsstoffe ergeben deren balneotheurapeutische (Behandlung mit Heilbädern) Eigenschaften.
Die Heilwässer werden heute als Bade- und Trinkkuren für Magen-, Darm-, Leber-, Gallen- und Stoffwechsel-erkrankungen eingesetzt. Herz-, Gefäß- und Kreislauf-erkrankungen, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, der degenerativen Erkrankungen der Gelenke und der Wirbelsäule bis hin zu Frauenleiden können in den unterfränkischen Kurorten gelindert werden.
Ein Kurort darf die Auszeichnung "Bad" nur führen, wenn er neben seinen Heilmitteln auch die entsprechende medizinische, klimatische, landschaftliche und städtische Infrastruktur besitzt, die für eine ganzheitliche Erholung erforderlich ist.
Ein Heilwasser ist ein Arzneimittel und für den täglichen Gebrauch eines Jeden nicht immer geeignet. Hierin unterscheidet sich das Heilwasser von einem Trink- oder Mineralwasser. Heilwässer sind zur Linderung spezieller Leiden und Krankheiten gedacht.
Erst wenn man erkennt, wie diese Heilmittel entstehen und wo sie gefunden werden, kann man ihre Bedeutung verstehen.
Die Schautafeln im Museum des Luitpoldsprudels sollen den Besuchern die faszinierende Entstehung des Salzes und der Heilwässer näher bringen. Die hier gezeigten geologischen Prozesse vollziehen sich in Zeiträumen, die außerhalb menschlicher Vorstellungskraft liegen. 250 Millionen Jahre sind vergangen, seit sich das Salz zur Zeit des Zechsteins gebildet hat. Für die Ablagerung der knapp 100 Meter mächtigen Salzschichten wird ein Zeitraum von ca. 10 Millionen Jahren angenommen. Nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen geschah dies etwa 4,5 Milliarden Jahre nach der Entstehung der Erde.

Zeittafel: