Text aus Tafel 1:
"Überblick: Geologie und Geographie in Unterfranken"


Die Übersichtstafel zeigt die Morphologie der Rhön, des Saale- und Maintals sowie die der südöstlich angrenzenden Hassberge und des Steigerwalds.
Anhand der fünf Heilbäder Bad Kissingen, Bad Bocklet, Bad Brückenau, Bad Neustadt und Bad Königshofen werden die Tiefenlagen und Verbreitung der geologischen Schichten des Keupers, Muschelkalks, Buntsandsteins, Zechsteins und Rotliegenden in Unterfranken beispielhaft illustriert.
Die blauen Pfeile symbolisieren die Wanderwege des salzhaltigen Tiefengrundwassers innerhalb des Fränkischen Beckens.

Legende - Geologische Blockbilder der Kurorte:
         Die jüngsten Ablagerungen in Unterfranken bilden die quartären Deckschichten (Auelehme, Sande und Kiese), wie sie als Flussablagerungen im Saaletal auftreten. Mächtigkeit: ca. 10 - 20 Meter
         Der Keuper (Mergel, Ton- und Sandsteine mit Gips und Kalk) ist nur östlich der Linie Schweinfurt-Mellrichstadt stark verbreitet (siehe Bad Königshofen). Mächtigkeit: ca. 480 Meter
         Der Muschelkalk (Kalk- und Tonlagen) ist besonders durch seinen Fossilienreichtum bekannt. Im Blockbild Bad Kissingens tritt er innerhalb der „Bad Kissingen-Hassfurt-Störungszone“ auf. In Bad Neustadt hingegen liegt Muschelkalk ungestört direkt auf dem darunter folgenden Buntsandstein.
Mächtigkeit: ca. 250 Meter
         Große Teile der Rhön und des Fränkischen Beckens bestehen aus den typisch roten Schichten aus der Zeit des Buntsandsteins (Sandsteine und Tonschichten), die hier nach wenigen 10er Metern unter den quartären Deckschichten beginnen.
Mächtigkeit: ca. 650 Meter
         Zur Zeit des Zechsteins lagerten sich überall Gips/Anhydrit, Ton- und Sandsteine ab. In Bad Neustadt und Bad Kissingen zum Beispiel, kam es zusätzlich zur Bildung mächtiger Salzlagerstätten. Aufgrund der Lage von Bad Brückenau auf der sogenannten „Spessart-Rhön-Schwelle“ findet man hier im Untergrund kein Salz (siehe Tafel 2).
Mächtigkeit: 100 - 200 Meter
         Die Mächtigkeit der Rotliegendschichten (Konglomerate, Sand- und Tonsteine mit Magmatiten) steigt von der Spessart-Rhön-Schwelle hin zum Fränkischen Becken um mehrere 100 Meter an.So weist das Rotliegende in Bad Brückenau nur eine Mächtigkeit von ca. 70 Meter auf. In Bad Kissingen, 25 km südöstlich, liegt sie bereits bei mehr als 300 Meter und weitere 10 km nach Südosten, in Rannungen, schon bei 707 Meter.

         Wichtige Störungen, an denen geologische Schichtpakete oft mehrere 100 Meter gegeneinander versetzt sind.


            Die blauen Pfeile deuten die Fließrichtungen des 300 - 900 Meter tiefen, mineralreichen Grundwassers an. Bedingt durch die Beckenform fließt das Grundwasser von den Rändern in Richtung des Beckentiefsten. Würde man den Bildausschnitt nach Südwesten verlängern, so ließen sich die Wanderwege des Tiefenwassers nach Baden-Württemberg bis in den Oberrheingraben verfolgen.

Grundlage dieser Tafel ist eine Panoramakarte der Region, auf der die geologischen Besonderheiten der Kurorte „hervorgehoben“ werden.
Die Blockbilder sind maßstabsgetreu und basieren auf aktuellen geologisch-wissenschaftlichen Kenntnissen zum jeweiligen Standort.