Text aus Tafel 2: "Das Salz in Unterfranken"

Die Entstehung von Salzlagerstätten
Salzlagerstätten entstehen durch Verdunstung von Meerwasser. Damit sich jedoch größere (geologisch: mächtigere) Salzablagerungen entwickeln, muss Meerwasser mehrfach eine flache Lagunenlandschaft überschwemmen und anschließend wieder verdunsten. Die Wasserzufuhr erfolgt ständig über schmale Meeresarme oder periodisch über nehrungsartige Barren.
Typische Salzlagerstätten entstehen in trockenen und warmen Klimata. Während des Zechsteins, einer geologischen Zeit vor etwa 250 bis 225 Mio. Jahren, herrschten auch in Unterfranken solche warmen und fast ariden Bedingungen. In den schematischen Abbildungen rechts transgrediert das Meer über eine Barre in ein zweites küstennahes Becken. Sinkt der Meeresspiegel, wird das randliche Becken vom offenen Meer getrennt. Aufgrund des warmen Klimas und der hohen Verdunstung lagert sich zunächst ein Meereston ab. In der Folge entstehen Kalk-, Gips- und Steinsalzschichten. Nach einer weiteren Hebung des Meeresspiegels dringt erneut Meerwasser in das Randbecken ein und der zweite marine Sedimentationszyklus aus Kalk-, Gips-
(Anhydrit) und Steinsalzschichten entsteht.
Dieser Zyklus aus Heben und Senken des Meeresspiegels wiederholte sich insgesamt viermal. Die folgenden 225 Mio. Jahre vom Zechstein bis heute lieferten neue, zusätzliche Gesteinsschichten der Trias von über 500 m Mächtigkeit, die die Salzlagerstätten seitdem überdecken.
Das nördliche Meer reichte bis nach Franken
Zur Zeit des Zechsteins waren große Teile Nord- und Mitteleuropas von Meerwasser bedeckt (Abb. unten). Die Südgrenze dieses Meeres reichte bis nach Franken und Hessen. Die Tieflagen des Fränkischen und des Fuldaer Beckens, getrennt durch die sog. "Spessart-Rhön-Schwelle", waren periodisch mit Meerwasser gefüllt und fielen wieder trocken.
Der Wechsel zwischen Vordringen und wiederkehrendem Rückzug des Meeres hinterließ damals mächtige Salzablagerungen (siehe blau markierte Bereiche links). Bad Bocklet, Bad Kissingen und Bad Neustadt liegen im Zentrum des fränkischen Meeresausläufers. Im Untergrund des Kurorts Bad Brückenau wurde kein Salz
erbohrt. Das weist auf das dortige Hoch der Spessart-Rhön-Schwelle hin, auf der kein Salz durch Meeresverdunstung entstand (siehe Detailabbildung).
Mit dem letzten Rückzug des Meeres verlandete Unterfranken für die Dauer des Buntsandsteins (ca. 10 Mio. Jahre) vorerst ganz. Bereits in der Zeit des Muschelkalkes aber war Unterfranken erneut von Meerwasser bedeckt, wobei sich jedoch kein Salz, sondern „nur“ mächtige, muschelhaltige Kalke ablagerten.
Das seitdem ständig den Untergrund durchströmende Tiefenwasser bedingte, dass das abgelagerte Salz zum großen Teil wieder gelöst und abtransportiert wurde. Mit der Senkung des Oberrheingrabens vertiefte sich auch der südliche Teil des Fränkischen Beckens, so dass ein Abstrom des salzhaltigen Tiefengrundwassers in südwestlicher Richtung nach Baden-Württemberg ermöglicht wurde.
Bedeutende Salzvorkommen wird man heute deshalb im Raum Bad Bocklet - Bad Kissingen kaum mehr finden. Dennoch sind die hinterlassenen Spuren des Salzes aus dem Zechsteinmeer das große „Kapital“ der Heilquellen.

Um einen vierdimensionalen Prozess darzustellen, wurden vier Blockbilder konstruiert und vertikal ausgerichtet. So lässt sich die zeitliche Entwicklung gut visualisieren.
Auf den Tafeln wurde generell Wert auf gleiche Farbkennzeichnung sich entsprechender Einheiten gelegt. Das gewährleistet eine Orientierung durch den gesamten Themenkomplex.

Die hier gewählte Art der Darstellung bietet die Möglichkeit, Lokales in größere Zusammenhänge einzubetten.
Blockbilder sind nicht immer zur Illustration eines dreidimensionalen Sachverhalts geeignet. So wurde hier die rechte Abbildung in 2 zweidimensionale Ansichten aufgeteilt.