Text aus Tafel: "1000 Meter unter Bad Bocklet"

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Das Bild gibt Einblick in den geologischen Aufbau des Saaletals von Bad Bocklet, wie er aus Bohrungen bekannt ist.
Das kristalline Grundgebirge Unterfrankens ist ein Ausschnitt einer sich über weite Teile Mitteleuropas erstreckenden Festgesteinszone. Durch plattentektonische Erdkrustenbewegungen und metamorphe Gesteinsumwandlungen konsolidierte sich ein Fundament aus lang gezogenen Hochlagen und tiefen Senken. In der Bohrung „Luitpoldsprudel“, ca. 3 km südlich von Bad Bocklet, wurde Granit im Grundgebirge angetroffen (siehe Abb. unten).
Zusätzlich zu vielen vulkanischen Aktivitäten wurden die Senken in der Zeit des Rot- und Weißliegenden mit überwiegend Konglomeraten (verfestigter Schotter mit gerundeten Gesteinskomponenten), Sandsteinen und Geröllen aus den umliegenden Hochlagen gefüllt.
Im folgenden Zechstein herrschte ein warmes Klima mit z. T. sintflutartigen Regenfällen, wodurch es mehrfach zu einem Anstieg des Meeresspiegels kam. Nach dem letzten Rückzug des Meeres blieben sich wiederholende Schichten aus Salz, Anhydrit ("Gips"), Dolomit und Kalkstein zurück.
Der Bröckelschiefer stellt den Übergang zwischen dem marinen Zechstein und der ebenfalls warmen, aber ariden Zeit des Buntsandsteins dar.
Der Buntsandstein ist durch seine roten Sandsteine und Tonzwischenlagen charakterisiert. Oxidiertes Eisen bewirkt die typische Rotfärbung dieser 300 - 500 m mächtigen Ablagerungen.
Die obersten 10 m Talboden besteht aus einer Lage Sand und Kies mit Geröllen sowie dem Auelehm, fluviatile Sedimente der Saale, die in jüngster, quartärer Zeit antransportiert wurden.
Aufgrund ihrer geringen Wasserdurchlässigkeit schützt der Auelehm das Heil- und Grundwasser, das sich in den Klüften, Störungen und Poren des gesamten Untergrundes bewegt.

Das Foto ist aus der Perspektive des Betrachters vor der Tafel aufgenommen. Über die Bildmontage von Grafik und realem Foto erhält man einen "Einblick" in den unsichtbaren Teil der Parklandschaft bis in eine Tiefe von 1000 m. Die annähernd naturgetreue Farbgebung und die Strukturierung der einzelnen Gesteinsschichten erzeugt Lebendigkeit und ist in Kombination mit einer Fotographie notwendig.